Stefanie Krahl als Autorin

Wo sehen Sie Ihre größten Schwächen?

https://www.metropolitan.de/wir-stellen-vor-stefanie-krahl/

Zum Buch und zur Leseprobe:

https://www.metropolitan.de/buch/wo-sehen-sie-ihre-groessten-schwaechen/

 
















ISBN 987-3-96186-0221-0



Wer hat keine Angst vor solchen Fragen im Bewerbungsgespräch? Die Leipziger Karriereberaterin Stefanie Krahl hat daher ein Buch geschrieben. Damit hilft sie ganz praxisnah bei der Vorbereitung auf Jobinterviews. Die 35-Jährige kann dabei auf vielfältige Erfahrungen zurückgreifen.

Stefanie Krahl ist wahrscheinlich das, was man ein Naturtalent nennt. Denn dass sie einmal im Personalbereich arbeiten würde, war zu Beginn ihrer Bankkarriere nicht unbedingt absehbar. Nach ihrer Ausbildung arbeitete sie zunächst bei Intensive Care, erst auf Privat- dann auf Firmenkundenseite. Parallel schloss sie ein Studium an der Frankfurt School of Finance als Bankbetriebswirtin ab. Erst 2014 führte sie ein privates Erlebnis in eine neue Richtung: Als beide Elternteile plötzlich unverschuldet arbeitslos wurden, schrieb Stefanie Krahl für sie die Bewerbungen. Und es klappte bei Beiden auf Anhieb mit einem neuen Job. „Seitdem musste ich für alle Freunde und Bekannten die Bewerbungen schreiben“, erzählt die Leipzigerin schmunzelnd. Und weil sie dabei eine so umwerfende Erfolgsquote hatte, riet ihr ein Freund, sich damit selbstständig zu machen.

Am Anfang war sie skeptisch. „Ich konnte mir nicht vorstellen, dass jemand dafür bezahlt.“ Die Praxis belehrte sie jedoch eines Besseren. Ihr Angebot, das sie über eine Website anbot, fand regen Zuspruch. „Ich hatte schnell bundesweit Kunden aus allen Branchen.“ So unterstützte sie sowohl  Nuklearmediziner als auch Handwerker oder Führungskräfte beim Verfassen der Bewerbungsunterlagen. Ihr Geheimnis? „Ich schreibe speziell. Der erste Satz muss bereits überzeugen.“ Dafür recherchiert sie viel über die Person, die sich bewirbt, die Branche, das Unternehmen und die Stellenausschreibung. Es wird so lange an einem Schreiben gefeilt, bis sich der Bewerber auch wirklich darin wiederfindet.

Vom Workshop zum Buch

Mit ihrer Tätigkeit begann die heute 35-Jährige sich auch selbst weiterzubilden, besuchte Seminare, beschäftigte sich verstärkt mit Personalthemen. Sie gab zusätzlich Workshops, um Kunden nach der erfolgreichen Bewerbung auch auf das Vorstellungsgespräch vorzubereiten. Allerdings stieß die inzwischen zweifache Mutter neben Bankjob und Selbstständigkeit damit auch an ihre Grenzen. „Anstelle der Workshops habe ich daher ein Handout entwickelt, um es Interessenten zur Verfügung zu stellen.“ Schon bald hatte sie so ein fast fertiges Buch in der Schublade liegen.

Es dauerte allerdings noch zwei Jahre bis ihre Schwester mit der Veröffentlichung eines Kinderbuches sie an ihr eigenes Manuskript erinnerte. Über Freunde fand Stefanie Krahl Hilfe bei der Suche nach geeigneten Verlagen. Vier davon schrieb sie an. „Zwei wollten mein Buch tatsächlich veröffentlichen. Das hätte ich nicht gedacht“, erzählt sie von der erneut positiven Überraschung. Nach einem Treffen auf der Leipziger Buchmesse im März 2018 entschied sie sich für den Metropolitan Verlag. „Am Anfang hatte ich 100 Seiten. 160 waren geplant und ich wusste nicht, wo ich die fehlenden Seiten hernehmen soll“, sagt sie. „Am Ende sind es sogar 190 geworden.“ Immer neue Themen seien hinzugekommen, etwa die Frage „Wie beantworte ich die Einladung zu einem Vorstellungsgespräch?“ oder die nach dem Dresscode. Ende Januar 2019 erschien schließlich ihr Buch mit dem Titel „Wo sehen Sie Ihre größten Schwächen? – Der Jobinterview-Trainer mit den optimalen Antworten“.

Ziel ist, dass man mögliche Fragen schon einmal im Kopf für sich beantwortet hat. Stefanie Krahl, Karriereberaterin

Positive Reaktionen von Lesern

„Es ist kein Anleitungsbuch“, stellt die Autorin klar. „Man muss damit arbeiten und sich selbst reflektieren. Ziel ist, dass man mögliche Fragen schon einmal im Kopf für sich beantwortet hat.“ Stefanie Krahl beschreibt, worauf es in den sechs Phasen des Bewerbungsgesprächs ankommt und wie man die jeweiligen Herausforderungen meistert. Sie zeigt beispielhaft an vielen typischen Fragen worauf Personaler und Chefs achten und wie man souverän reagieren kann. Heraustrennbare Lernkarten fassen die wichtigsten Tipps zusammen und bieten Platz für individuelle Antworten. Die ersten Reaktionen auf das Buch sind durchweg positiv. „Es hat funktioniert“, „Tolles Buch“, „Sensationelle Hilfestellung“ heißt es in Kundenrezensionen. Rund 700 Mal wurde der Job-Interviewtrainer inzwischen schon verkauft. Und ihre Kolleginnen haben ein Exemplar mit persönlicher Widmung erhalten.

Seit 2017 arbeitet Stefanie Krahl passenderweise auch innerhalb der Bank im HR-Bereich. In der Management-Beratung ist sie als Karriereberaterin für das Marketing, die Rekrutierung und die Bindung von Nachwuchskräften verantwortlich. Sie führt regelmäßig Interviews und Auswahlverfahren durch und weiß daher auch, worauf es ankommt. „Auswendig gelernte Antworten und antrainierte Verhaltensweisen merkt man schnell“, sagt sie. Einer der größten Fehler von Bewerbern sei es, wenn sie sich nicht über das Unternehmen informiert hätten. „Wenn wir zum Beispiel fragen, wie die Commerzbank im Sportbereich engagiert ist, dann sollten das die Bewerber schon wissen, wenn sie sich unsere Homepage angeschaut haben.“

Wichtige Eigeninitiative

Und wie beantwortet man nun die Frage nach den größten Schwächen? Im besten Fall, so die Karriereberaterin, schildere man eine tatsächliche Schwäche, etwa mangelnde Orientierung oder Angst, vor einer Gruppe frei zu sprechen. „Man erklärt aber auch, was man bereits tut, um dieser Schwäche zu begegnen.“ So zeige man Eigeninitiative und starken Willen. Sie selbst hält es für äußerst wichtig, sich immer wieder auch zu hinterfragen. „Ich kann niemanden ändern, sondern nur meine Einstellung“, lautet ihr Motto. Und so darf man durchaus gespannt sein, was sie als nächstes auf die Beine stellt. Denn eins ist für Stefanie Krahl klar: „Ich hasse es, wenn ich nichts Neues mehr lernen kann.“

Der Originalbeitrag ist erschienen im Mitarbeitermagazin der Commerzbank. Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung. Text: Sabine Schanzmann-Wey